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Katze Queensy: Ihre irre Reise im Möbelwagen - Artikel aus TZ 30.03.2012

Tier steigt in Versailles in Transporter und fährt nach München–Odyssee mit Happy End.

Das Städtchen Jouy en Josas bei Versailles vor den Toren der französischen Hauptstadt Paris ist ein beschaulicher Ort, den hierzulande kaum jemand kennt. Unversehens rückte der Ort nun jedoch in den Mittelpunkt der deutsch-französischen Facebook-Community. Schuld daran ist die Katze Queensy, deren sagenhafte Neugierde sie auf einer 850 Kilometer langen Odyssee nach München verschlug.

 

Queensys große Reise begann am 18. März in einer Wohngegend von Jouey en Josas – ihr Revier. Dort stieg sie in einen Möbelwagen. Schon schlugen die Packer die Türen zu. Queensy wargefangen. Viele Stunden später wurde der Transport der Spedition Ito in Kirchheim (Landkreis München) unterbrochen.

 

Als die Männer die Tür öffneten, sprang ihnen das Kätzchen förmlich in die Arme. So landete Queensy im Münchner Tierheim. Dort arbeitet Eveline Kosenbach seit 17 Jahren in der Tier- Vermisstenstelle. Queensys Chipnummer hatte eine französische Kennung. Nur leider hatten die Besitzer die Kennung noch nicht registrieren lassen – ein häufiges Versäumnis. Also rief sie die Spedition an, die nach anfänglichem Zögern („Der Datenschutz..!) dann aber den Kontakt zu der in den Taunus umgezogenen Familie herstellte.

 

Die kannten die Katze immerhin vom Sehen. In den folgenden Tagen ging die für ihre Hartnäckigkeit berühmte Eveline Kosenbach ihren französisch sprechenden Kollegen gewaltig auf die Nerven. Kreuz und quer ließ sie sie durch die Gemeinde Jouy en Josastelefonieren, landete sogar beim Bürgermeister und erbettelte sich eine Plakataktion. Zeitgleich lief auf Facebook die internationale Suchaktion an. Hunderte Tierfreunde boten ihre Hilfe an. Eine Frau klingelte schließlich an der richtigen Tür: Severine und Jean Francois Autret hatten Queensy bereits bitter vermisst, die beiden Kinder waren untröstlich gewesen. Als sie von Queensys Abenteuern hörten, wollten sie auch in einen Umzugswagen ...

 

Am Mittwoch holte Jean Francois Autret die Ausreißerin im Münchner Tierheim mit dem Auto ab, kehrte inzwischen wieder gut mit ihr heim. Überglücklich mailte Severine Autret gestern: „Mein Mann war nach der langen Fahrt sehr müde, die Katze nicht so sehr. Sie wäre gern sofort wieder hinausgegangen. Aber jetzt bleibt sie erst mal hier. Die Kinder sind superglücklich.“ Und die Facebook-Gemeinde feiert mit: „Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue“, postete eine Userin. Weil die französische Familie bereits so hohe Reisekosten hatte, verzichtete das Tierheim auf weitere Forderungen. Die aufwendige Suche hat aber ein böses Loch in die Kasse gerissen. Darum wäre das Tierheim dankbar für Spenden: Alle Konten finden Sie auf der Homepage unter www.tierschutzverein-muenchen.de

 

Text: Dorita Plange

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30.03.2012

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