20 Katzen aus Messiehaus befreit

Bilder des Grauens erschütterten die TierschutzinspektorInnen des Münchner Tierschutzvereins und MitarbeiterInnen des Veterinäramts München-Land, als sie am vergangenen Mittwoch aufgrund einer Tierschutzmeldung ein Haus im südlichen Landkreis betraten. Die anonyme Meldung, die ursprünglich beim Veterinäramt eingegangen war, hatte harmlos geklungen. Jemand füttere immer mehr streunende Katzen an, einige davon wirkten zunehmend kränklich. Inzwischen seien es wohl 15 bis 20 Stück. Doch welch massiver Fall von Tierquälerei sich dahinter verbergen sollte, zeigte sich erst vor Ort.

Ein altes, renovierungsbedürftiges Haus im Münchner Umland mitten in einer Siedlung. Die Tür war zusätzlich mit einem Stock blockiert worden. Als unsere InspektorInnen die Tür vorsichtig öffnen wollten, kamen ihnen durch den kleinen Spalt schon hilfesuchende Pfoten entgegen. Zahlreiche Katzen versuchten verzweifelt, durch die Tür zu entkommen. Massiver Gestank nach Ammoniak, Kot und Verwesung schlug den TierschützerInnen entgegen.

Direkt im Eingangsbereich präsentierte sich ein Tablett mit zahlreichen ungefüllten Näpfen, leeren sowie verschlossenen Futterdosen und zwei Katzenkadavern, bis auf die Knochen abgefressen und zerstückelt. Der Boden aller Räume des rudimentär eingerichteten Hauses war übersät mit Kot, der Gestank kaum zu ertragen. Tiere, die nicht versuchten, nach draußen zu fliehen, versteckten sich in den hinteren Räumen.

Die Katzen reagierten verstört und panisch. Obwohl die erfahrenen TierschutzinspektorInnen sehr behutsam dabei vorgingen, die Katzen einzufangen, waren die armen Tiere kaum zu beruhigen. Immer wieder mussten die RetterInnen sich abwechseln und das Haus verlassen, da der Gestank trotz Schutzmaske nicht lange zu ertragen war. Kaum vorstellbar wie es den Katzen gegangen sein muss, die vermutlich monatelang dort eingesperrt waren. Die Verursacherin war längst in ein anderes Gebäude ausgezogen.

Zudem war das Arbeiten auf dem rutschigen Kot und in Urin getränkten Boden nicht ungefährlich. Immer wieder stürzten die TierschützerInnen beinahe oder blieben mit den Überziehschuhen am Untergrund kleben. Dabei hatten die Katzen, eigentlich sehr reinliche Tiere, sogar noch versucht an einheitlichen Plätzen ihre Notdurft zu verrichten. Sie hatten selbst in ihrer desolaten Situation noch versucht stubenrein zu bleiben, berichteten die InspektorInnen.

Zwanzig Katzen haben die RetterInnen aus der Wohnung und der direkten Umgebung befreien können. Woher sie stammen, ist ungewiss. Die Behauptung der Hauseigentümerin, sie wären aus der Umgebung angefüttert worden, ist wohl kaum glaubhaft. Berichte, sowie zahlreiche saubere Transportboxen erwecken den Verdacht, dass es sich teilweise um Abgabekatzen von Internetplattformen handelt, ebenso wie um Fundtiere.

Die zwanzig Katzen sind jetzt im Tierheim München untergebracht. Dort werden sie tiermedizinisch versorgt und liebevoll aufgepäppelt. Schon am Tag nach der Befreiung hatten sich viele der Katzen beruhigt und zeigten sich den PflegerInnen gegenüber sehr aufgeschlossen und verschmust. Offensichtlich sind die Tiere dankbar, dem Horrorhaus entkommen zu sein und endlich einen regelmäßig gefüllten Futternapf, einen sauberen, warmen Schlafplatz und liebevolle Zuwendung zu erfahren.

Nun wird sich alles zum Guten wenden für die Miezen, denn alle 20 wurden zur Vermittlung in ein neues, artgerechtes und fürsorgliches Zuhause freigegeben. Wer ein solches zu bieten hat und einen oder auch zwei der Stubentiger adoptieren möchte, darf sich gerne direkt in unserer Katzenquarantäne unter Tel.: 089 / 921 000 820 melden.

Um die hohen Kosten für die Versorgung und tiermedizinische Behandlung der Katzen (viele von ihnen haben Durchfallerkrankungen, Parasitenbefall, Haut- und Ohrenentzündungen und/oder Katzen-schnupfen) tragen zu können, bittet der Tierschutzverein um Spenden.

Alle Spendenmöglichkeiten sowie weitere Infos über die Arbeit des Vereins finden Sie hier:

https://tierschutzverein-muenchen.de/spenden/geldspende/spendenmoeglichkeiten

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