Um zu Überwintern richten sich Igel am liebsten in Laubhaufen ein. Davon finden sie sogar in der Stadt reichlich. Das Laub wird von der Straßenreinigung zu wunderbaren Haufen zusammengetragen und die Igel freuen sich über den gemütlichen Platz für ihren Winterschlaf.

Doch die Idylle wehrt nicht lange genug. Denn noch mitten im Winter werden die Haufen dann von der Stadt wieder entfernt und sogar Hecken und Sträucher geschnitten, in denen die schlafenden Igel liegen.

Diese Praxis der Stadtreinigung hat das Igelmädchen hier das Leben gekostet. Sie wurde von einem Arbeiter mit der Motorsense erwischt. Der Mann hatte den verletzten Igel noch zu uns ins Tierheim gebracht und unsere Tierärzte haben ihn versucht zu retten. Leider wird er aus seinem Winterschlaf nie wieder aufwachen.

Tatsächlich erleben wir solche Fälle selten. Etwa 10 – 15 Igel, die auf diese Art verletzt wurden, werden überhaupt zu uns gebracht. Für gewöhnlich fällt es den Leuten überhaupt nicht auf oder sie schieben das verletzte Tier einfach beiseite.

Da Igel bis zu acht Tage brauchen, um aus ihrem Winterschlaf zu erwachen, sterben sie entweder schlafend oder gehen in ihren letzten wachen Minuten an den Verletzungen zugrunde. 

Leider kommen in privaten Gärten immer häufiger Motorsensen und Mähroboter zum Einsatz, die Wildtiere und vor allem Igel schwer verletzen können. Wer auf solche Geräte nicht verzichten will, sollte zumindest Hecken und Büsche vor dem Einsatz solcher Geräte immer auf schlafende Igel kontrollieren.

Greift deshalb lieber gleich zum Rechen und lasst Laubhaufen als Unterschlupf für Insekten und Igel liegen. Solltet ihr die Laub- und Heckenabfälle aber entsorgen wollen, vergewissert Euch, dass sich keine Igel niedergelassen haben.

Knapp über 1.200 Igel hat unsere Wildtierstation seit August schon versorgt und glücklicherweise auch retten können. Wir rechnen jedoch damit, dass die Zahl der Igel, die wir pro Jahr versorgen müssen, dieses Jahr die 2.000-er Marke knackt.

Bitte bleibt bei der Gartenarbeit wachsam, damit solches Tierleid verhindert werden kann.

Alle Neuigkeiten