Zwei Jahre, nachdem in Nymphenburg ein neugeborenes Perserkätzchen in einer zugebundenen Plastiktüte gefunden wurde, sorgt erneut ein wie Müll entsorgtes Katzenbaby für Entsetzen und Wut:

Eine aufmerksame Tierfreundin hört vergangenen Donnerstag, den 13.6. ein leises Wimmern an der Containerstation in der Baslerstraße. Es kommt aus einer Rewe-Einkaufstasche, die direkt vor dem Altglascontainer steht. Bei genauerem Hinsehen entdeckt sie darin ein kleines, graugetigertes Kätzchen, das in einer weiteren, transparenten und zugeknoteten Plastiktüte um Luft ringt. Die Zeugin reagiert sofort und befreit das arme Wesen aus seiner Not. „Der arme Kerl war nicht nur fix und fertig, sondern auch ganz nass!“, so Frau K.

Sie nimmt die junge Katze mit nach Hause, trocknet sie ab und ruft beim Tierschutzverein München e.V. an. Kurz darauf wird Leonidas, wie der dreieinhalb Monate alte Findling mittlerweile heißt, von der Tierschutzinspektion abgeholt und ins Tierheim gebracht, wo er medizinisch versorgt und liebevoll aufgepäppelt wird.

Wie lange Leonidas schon in der Tüte um sein Leben kämpfte, ist unklar. So viel jedoch steht fest: Wäre er nur etwas später gefunden worden, wäre er qualvoll erstickt. Der Tierschutzverein bedankt sich ganz herzlich bei Frau K. für ihr beherztes Eingreifen.

Ob hier jemand eine unüberlegte Anschaffung oder ungewollten Nachwuchs loswerden wollte, ist nicht bekannt. Im Tierheim hat Leonidas aber schon allen MitarbeiterInnen mit seiner zuckersüßen Art den Kopf verdreht. In etwa zwei Wochen kann er in ein neues, fürsorgliches Zuhause ziehen, möglichst mit/zu einem etwa gleichaltrigen Artgenossen zum Spielen.

„Tiere sind empfindsame, leidensfähige Lebewesen. Man stelle sich nur einen Moment lang vor, wie es sich anfühlen muss, in einer Plastiktüte zu ersticken. Die Skrupellosigkeit, sich auf diese Art eines Tieres zu entledigen, macht uns fassungslos.“, gibt Pressesprecherin Kristina Berchtold zu bedenken, „Wer die Verantwortung scheut, sich um den Nachwuchs seiner Katze zu kümmern, der lässt sie rechtzeitig kastrieren oder bringt zumindest so viel Anstand auf, die Babys im Tierheim abzugeben, statt sie grausam zu töten. Allgemein sollte eine Haustieranschaffung stets wohl überlegt sein.“

Der Tierschutzverein hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet und bittet um Zeugenhinweise. Wer hat vergangenen Donnerstag in der Baslerstraße in Fürstenried verdächtige Beobachtungen gemacht oder kann Hinweise geben, die zum Täter bzw. zur Täterin führen? Bitte wenden Sie sich mit ermittlungsrelevanten Informationen an die nächste Polizeidienststelle.

Um Taten wie diesen entgegenzuwirken, fordern TierschützerInnen schon seit langem eine bundesweite Katzenschutzverordnung, die HalterInnen zur Kennzeichnung und Registrierung sowie bei Haltung mit Freigang zur Kastration ihrer Katzen verpflichtet. Dennoch ist eine solche Regelung in der Neuauflage des Bundes-Tierschutzgesetzes derzeit nicht vorgesehen.

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