Wildtier des Monats August - Der goldglänzende Rosenkäfer

Was für ein Auftritt: Sie sind groß, grünlich schillernd und, wenn sie fliegen, erschreckend laut! Jedoch sind sie völlig harmlos und zudem nützlich: Der goldglänzende Rosenkäfer hilft bei der Bestäubung diverser Blüten. Neben Rosen sind sie oft in Obstbäumen sowie Holunder zu finden.

Allerdings sind sie nicht so fleißig wie die emsigen Bienen. Rosenkäfer gehören eher zur gemütlichen Fraktion und können auch mal stundenlang in der gleichen Blüte sitzen, dort Nektar naschen und unbeeindruckt von der Störung durch andere Insekten, ihr Leben genießen. Viel Zeit dafür haben sie nicht, denn die Lebenserwartung eines erwachsenen Rosenkäfers beträgt nur etwa ein halbes Jahr.

Die meiste Zeit, nämlich zwei bis drei Jahre, verbringen sie als Larve im Boden. Bei Käfern werden diese Engerlinge genannt. Es handelt sich dabei um dicke und große, weißlich bis beige Larven, deren Körperform meist gekrümmt ist. Rosenkäferlarven ähneln den gefürchteten Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern. Deren Engerlinge fressen vor allem Wurzeln und können dabei ganze Pflanzenbestände beschädigen. Rosenkäferlarven dagegen sind harmlos. Sie ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen und halten sich hauptsächlich im Kompost auf. Dort wirken sie als wichtige Zersetzer und sollten nicht entfernt werden. Auch in Blumentöpfen findet man sie häufig. Beim Umtopfen können sie entweder in einen neuen Topf gelegt werden oder in den Komposst umverfrachtet.

Um Rosenkäferengerlinge von denen der anderen Käfern zu unterscheiden, kann man ihr Verhalten beobachten. Sie strecken sich bei Kontakt aus ihrer gekrümmten Form und robben auf dem Rücken davon.

Kommt es zur Verpuppung, mauert der Engerling. Er baut sich einen Kokon aus dem Umgebungsmaterial, welches mit einem Sekret am Hinterleib vermischt und dann zu einem Tönnchen geformt wird. Die Innenseite wird durch Reibung geglättet und dort wartet die Larve auf dem Rücken auf ihre Metamorphose. Auch der fertige Käfer bleibt in dem gemütlichen Kokon bis sein Chitinpanzer ausgehärtet ist.

Im Gegensatz zu anderen Käferarten können Rosenkäfer fliegen ohne ihre panzerartigen Deckflügel öffnen zu müssen. Dies ermöglicht eine Ausparung am Rande der Panzerung, durch die sich die darunter liegenden Flügel zur Seite öffnen können. Alle anderen Käferarten müssen ihre schützenden Deckflügel öffnen.

Rosenkäfer und ihre Larven dürfen nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Ein Umsetzen im eigenen Garten an einen ähnlich geeigneten Ort ist jedoch kein Problem.

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