Die Wintermücke

Ein berühmtes Kinderlied begeistert für den bezaubernden Tanz dieser besonderen Tiere. Früher hielt man die grazilen, langbeinigen Wintermücken für kleine Feen und es gibt verschiede alte Bauernregeln, die sich um den Tanz dieser winzigen Insekten drehen.

Ein berühmtes Kinderlied begeistert für den bezaubernden Tanz dieser besonderen Tiere. Früher hielt man die grazilen, langbeinigen Wintermücken für kleine Feen und es gibt verschiede alte Bauernregeln, die sich um den Tanz dieser winzigen Insekten drehen. Ihr Auftauchen soll kalte Tage ankündigen, sie wurden also als eine Art Wettervorhersage genutzt. Ob dies stimmt, wurde bisher nicht wissenschaftlich überprüft.

Definitiv haben sich diese friedlichen Mücken allerdings eine Nische erobert, die man Insekten gar nicht zutrauen würde. Sie stehen auf Kälte. Erst wenn die Temperaturen um 0 Grad liegen, fühlen sie sich richtig wohl und beginnen an sonnigen Wintertagen zu tanzen. Auch hohe Minusgrade machen ihnen nichts aus, denn in ihrem Körper zirkuliert ein Antifrostmittel bestehend aus Zucker und Alkohol.

Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang und nur bei ausreichend warmen Sonnenstrahlen, sowie fehlendem Wind, beginnt der magische Tanz der Wintermücke. Wie auf ein unsichtbares Signal fliegen die auf Vegetation wartenden männlichen Mücken gleichzeitig los und beginnen gemeinsam auf und ab zu schweben, manchmal Tausende von ihnen. In einem schwingenden Zickzackmuster steigen sie auf bis in drei Meter Höhe. Aus dieser Höhe stürzen sich plötzlich alle Mücken gleichzeitig hinab und ruhen sich entweder kurz aus oder starten den Tanz erneut. Was chaotisch aussieht, ist wohl koordiniert und die männlichen Mücken berühren sich häufig behutsam gegenseitig mit ihren langen Beinen.

Der Zweck dieses Tanzes ist wie immer die Liebe. Mit ihren Flügelschlägen erzeugen sie einen artspezifischen Summton. Ein betörendes Lied, dass zusammen mit Pheromonen Weibchen in den Schwarm lockt, wo diese sich im Flug begatten lassen. Mit dem letzten Sonnenstrahl verschwindet auch der Tanzschwarm.

Übrigens können diese Mücken nicht stechen, wie die meisten ihrer Verwandten. Nur etwa 3000 Mückenarten von 100.000 weltweit ernähren sich von Blut. Die etwa 100 Wintermückenarten gehören nicht dazu. Zwölf davon leben in Deutschland und keine in Afrika, dort ist es ihnen nämlich zu warm. Dafür halten sie sich gerade im Winter gern in Höhen über 3.000 Metern auf.

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