Man kann sie immer wieder in Schuppen, Scheunen oder auf Dachböden finden, manchmal auch direkt in der Wohnung. Während die erwachsene Staubwanze einfach aussieht wie ein langgestrecktes, schwarzes Insekt, wird die Staubwanzenlarve auf den ersten Blick häufig mit einer Spinne verwechselt. Ähnlich nützlich ist sie auch. Die Larven sind, wie auch ihre ausgewachsene Form, Fleischfresser und gehören zu den Raubwanzen. Genauer gesagt jagen sie kleinere Gliederfüßler und damit häufig Schädlinge. Neben Spinnen und von Licht angelockten Insekten stehen auch Bettwanzen und Nahrungsmittelschädlinge auf ihrem Speiseplan. Mit Haftscheiben an ihren Vorderbeinen fangen sie die Beute und stechen sie mit ihrem Rüssel. Dabei injizieren sie ein Gift, das nach drei Minuten zur Lähmung des Opfers führt; im Anschluss wird es mit dem Stechrüssel ausgesaugt.

Wer diese, mit knapp zwei Zentimetern zu den größten Wanzenart gehörenden Exemplare in seinem Zuhause hat, kann sich also glücklich schätzen, denn er beherbergt einen kostenlosen Kammerjäger. Werden es allerdings zu viele, muss auch jede Menge Nahrung vorhanden sein. Hier sollten dann doch ein paar Hygienemaßnahmen getroffen werden. Oft ist es ein Hinweis auf einen starken Bettwanzenbefall.

Staubwanzenlarven haben eine besondere Fähigkeit: Sofort nach jeder Häutung bewerfen sie ihren Körper mit dem sie umgebenden Material. Dank einer klebrigen Schicht auf ihrem Leib bleiben so Sand, Staub, Dreck und teilweise auch Kot an ihnen haften. Auf diese Weise sind sie nicht nur hervorragend getarnt, sondern schmecken auch nicht mehr. Das würde übrigens auch funktionieren, wenn man sie auf Glitter setzt. Die Staubwanzenlarve würde sich mit dem bunten Glitzer neu einkleiden. Die Tarnung wäre dann allerdings perdu. Der Volksmund nennt die Larve passenderweise „Maskierter Strolch“.

Staubwanzen überwintern als Larven und wachsen, indem sie sich regelmäßig häuten. Meist benötigen die Tiere zwei Winter, ehe sie ihre erwachsene Form annehmen. Sie überstehen lange Hungerphasen, was ihre Entwicklung aber um Jahre verzögern kann. Die ersten erwachsenen Staubwanzen sieht man meist im Mai oder Juni.

Obwohl die Optik der Staubwanzenlarven je nach Tarnumhang sehr abstoßend wirken kann, sollten diese nützlichen Tiere nicht getötet werden, sondern mit einem Glas eingefangen und nach draußen gesetzt. Niemals sollte man Staubwanzen mit der Hand ergreifen, da sie zur Abwehr sehr schmerzhaft mit ihrem Saugrüssel stechen können. Wenn sie nicht bedroht werden, sind sie allerdings harmlos.

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