Jeder Alpenwanderer kennt sie oder hat sie zumindest schon einmal gesehen. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie etwas größere Amseln. Sie sind frech, aufgeweckt, redselig und irgendwie einfach nur liebenswert. Alpendohlen gehören zum Bild der Alpen wie die Berge selbst.

Sie beeindrucken durch ihre akrobatischen Flugkünste und ihren mühelos wirkenden Segelflug. Abgesehen von der Paarungszeit zwischen Mai und Juni, trifft man eine Alpendohle selten allein. Selbst die Brut kann in Felswänden in großen Kolonien erfolgen. In menschlichen Behausungen nisten sie aber lieber als Einzelpaar.

Gerade im Herbst und Winter trifft man Alpendohlen häufig in Schwärmen von bis zu 1.000 Tieren an. Die geselligen Vögel kommunizieren dabei mit Stimmfühlungslauten, melodisch pfeifenden Rufen, Körperhaltung und Flügelwinken.

Alpendohlen sind auch sehr romantisch. Sie balzen das ganze Jahr über, manchmal sogar in einem gemeinsamen Gruppenritual. Wenn einer beginnt, steckt er oft viele an, bis eine ganze Gruppe mit ausgestreckten Flügeln, steil aufgerichtetem Haupt und steifbeinigem Gang einen Hang hinauf marschiert. Ist die Herzensdame erwählt, wird sie mit Futtergeschenken umworben und eifersüchtig bewacht. Wie häufig bei Rabenvögeln, zu denen die Alpendohlen gehören, bleiben die Paare ihr Leben lang zusammen. Dennoch lassen sie es sich nicht nehmen, sich immer wieder zu beschenken, neu zu umwerben und liebevoll zu putzen.

Auch die Kinderstube wird fürsorglich gebaut. Das auslandende Nestkonstrukt wird für die Kleinen mit Federn, Haaren, Grashalmen und Moos weich ausgekleidet und gemütlich gemacht.

In alten Bauernregeln sagt man der Alpendohle übrigens nach, dass sie das Wetter vorhersagen könne. Ziehen die Alpendohlen im Sommer in großen Schwärmen in die Täler, wird es frühen Schneefall geben.

Alpendohlen sind nicht bedroht, im Gegenteil: Sie profitieren vom Ökotourismus, da sie sich von den Wanderern gerne füttern lassen. Wer die Alpendohle also bewundern möchte, kann dies gleich mit Unterstützung durch Futter verbinden. Achtet aber bitte darauf, der Dohle etwas Gesundes mitzubringen, zum Beispiel Weichvogelfutter oder Obst.

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