Tödliche Gefahr für Igel

Rasenroboter werden immer günstiger und damit beliebter. Dieser Umstand bereitet vielen NaturschützerInnen große Sorgen und trifft auch uns im Tierheim München hart. Regelmäßig werden teils noch lebende Igel bei uns abgegeben, die von den Robotern regelrecht geschreddert wurden. Eine detaillierte Beschreibung ersparen wir Ihnen an dieser Stelle. Aber ein so schwer verletztes Tier ist ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst – jedes Mal aufs Neue.

Dem Großteil der Mähroboter-Opfer kann nur noch durch Euthanasie geholfen werden. Obwohl Igel sehr widerstandsfähig sind, sind die Wunden meist zu schwer, um sie noch behandeln zu können. Viele Igel kommen bereits verstorben auf unserer Wildtierstation an oder müssen schnellstmöglich erlöst werden. 

Wie kommt es zu solchen Unfällen? Vielen RoboterbesitzerInnen ist gar nicht bewusst, dass ihre Mähhilfen solche Verletzungen hervorrufen: sie liegen doch viel zu tief und weichen einem Hindernis aus? Doch das trifft nur auf die wenigsten, meist sehr teuren Exemplare zu. Manche Roboter haben ihre Klinge sehr weit mittig und tragen empfindsame Sensoren in alle Richtungen. Solche Modelle weichen oft auch sehr kleinen Hindernissen aus und bemerken den Igel, noch bevor die Klinge ihn erreichen kann. 

Doch die günstigen Modelle sind meist nicht mit so aufwendigen Upgrades ausgestattet und fahren über Hindernisse entweder hinweg, weichen nur großen Hindernissen aus oder reagieren viel zu spät. Oft sitzt hier die Klinge auch sehr nah am Rand, so dass sie bereits erheblichen Schaden angerichtet hat, bevor der Roboter das Hindernis überhaupt wahrnimmt. Stiftung Warentest hat dazu ein Testvideo im Internet veröffentlicht, in dem sehr deutlich zu sehen ist, wie der Großteil der Robotertypen Äpfel halb zerfetzt und Schuhe anschneidet. 

Selbst die Firmen empfehlen in der Bedienungsanleitung, die Roboter nicht in der Anwesenheit von Kindern oder Haustieren anzuwerfen. Deshalb lassen viele GartenbesitzerInnen ihre Roboter nachts mähen. Doch nachts sind viele Wildtiere, inklusive dem Igel, aktiv und fallen den Mährobotern zahlreich zum Opfer. 

Auch wenn die Hochzeit der Igelgeburten im August und September liegt, bekommen bereits im Frühsommer einige Igel Nachwuchs und die kleinen Stacheltiere gehen vier Wochen später auf ihre ersten Erkundungstouren. So ein Igelkind kann dabei kleiner als ein Tennisball sein und wird schnell Opfer der mechanischen Mähhilfe. Übrig bleiben dann meist nur noch Stacheln und Körperreste. 

Generell halten wir es sowohl aus Tierschutz- als auch aus Naturschutzgründen nicht für empfehlenswert, seinen Rasen ständig mit einem Rasenroboter kurz zu halten. Denn so werden auch viele Insekten, Kleinsäuger und Schnecken vernichtet, die wichtig für das Ökosystem sind und wiederum die Nahrungsquellen für viele andere Tiere darstellen. Tägliches Mähen reduziert die Biodiversität dramatisch. Wer etwas für die Umwelt tun will, reduziert den Einsatz des Rasenmähers auf zwei- bis dreimal pro Jahr. Einfach mal mit gutem Gewissen nichts tun ist hier die beste Option!

Wer nicht auf den Mähroboter verzichten möchte, den bitten wir inständig, den Roboter nur tagsüber und unter Aufsicht laufen zu lassen. Am besten gehen Sie die Mähfläche vorher einmal komplett ab, um kein verirrtes Igelkind zu übersehen. Die machen ihre ersten Ausflüge nämlich gerne auch mal tagsüber. Im Namen der Igel und anderer Tiere bitten wir Sie: Nehmen Sie Rücksicht und seien Sie wachsam!

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