Der Elch kann bis zu 500 kg schwer und 2,30 Meter hoch werden. Nur die Männchen bilden ein beeindruckendes Schaufelgeweih, das bis zu zwei Meter breit werden kann. Wie für Geweihe üblich, werden sie jährlich, meist ab Januar, abgeworfen und neu gebildet. Wenn sich im Herbst die sonst einzelgängerisch lebenden Tiere an Brunftplätzen treffen und pro Platz ein Elchbulle versucht, um die 15 Weibchen zu beeindrucken, ist sein prächtiges Geweih wieder fertig ausgewachsen.
Die Brunftzeit startet mit Einschüchterungen und Übungskämpfen zwischen den Bullen, die Mitte September in wütenden Zweikämpfen eskalieren. Trotz ihrer enormen Größe und Kraft versuchen Elchbullen erst einmal durch Drohgebärden, den Gegner einzuschüchtern. Während der Brunft sind die Bullen so beschäftigt, dass sie die Nahrungsaufnahme fast völlig vergessen und stark an Gewicht verlieren.
Nach erfolgreichem Vollzug wird acht Monate später meist ein einzelnes Kalb zwischen April und Juni geboren. Wenige Tage vor der Geburt wird das Geschwisterchen vom Vorjahr durch die Mutter vertrieben. Elchkühe sind direkt nach der Geburt sehr aggressiv und wachsam. Die meisten tödlichen Unfälle zwischen Menschen und Elchen passieren durch die Hufschläge einer frisch gebackenen Elchkuhmutter. Denn in diesem Zeitraum sind die Elchkinder noch zu klein, um ihren Müttern auf der Flucht zu folgen; sie muss sie also verteidigen.
Damit Hirschkälber ihre Mütter im dunklen Wald auf der Flucht nicht verlieren, haben sie normalerweise helleres Fell am Hinterteil, plustern dieses auch auf und strecken ihr Schwänzchen nach oben, damit sie weithin gesehen werden können. Elchkühe besitzen dieses Sichtsignal nicht, allerdings sind ihre langen Beine grauweiß gefärbt, so dass sich das Kalb daran orientieren kann.
Elche bevorzugen unebene und schwergängige Waldlandschaften mit Sumpfgebieten. Als einzige Hirschart können Elche auch unter Wasser äsen. Sie sind recht ortstreu und nutzen ganzjährig ein Gebiet von etwa 1.500 Hektar. Elche fliehen vor ihren Fressfeinden in einem schnellen Trott und überwinden mit den langen Beinen ihnen bekannte Hindernisse, über die Raubtiere wie Wölfe und Bären springen müssen. Das erschöpft die Verfolger und sie geben rasch auf.
Ursprünglich waren die imposanten Tiere in ganz Deutschland verbreitet. Durch intensive Bejagung und die Zerstörung ihrer Lebensräume wurden sie im Mittelalter leider ausgerottet. Bis heute gibt es keine festen Elchpopulationen in Deutschland, allerdings halten sich immer wieder Tiere aus den Nachbarländern bei uns auf.
Seit 2001 die Jagd auf Elche in Polen verboten wurde, hat sich dort die Population in zehn Jahren verdoppelt und viele Tiere wandern weiter nach Westeuropa. Im Mai dieses Jahres konnte ein beeindruckender Elchbulle sogar in der Nähe von München beim Ebersberger Forst beobachtet werden. Das Tier war bereits 2025 in Österreich aufgefallen, wo er durch die Donau schwamm und „Emil“ getauft wurde.
Ob sich Elche dauerhaft in Deutschland wieder ansiedeln, ist ungewiss. Ihr bevorzugter Lebensraum aus großen, naturbelassenen Wäldern und Feuchtgebieten ist kaum noch vorhanden. Unterstützung oder Auswilderungsprojekte gibt es nicht, da Konflikte mit der Forst- und Landwirtschaft befürchtet werden. Für uns sind das keine nachvollziehbaren und vor allem egoistische Gründe, ein einst heimisches, durch uns ausgerottetes Wildtier bei seinen Versuchen zur Wiederkehr nicht zu unterstützen oder gar zu fördern.