Gehege und Außenvolieren waren in die Jahre gekommen und wurden außerdem ursprünglich für ihre Erzfeinde, die Katzen, konzipiert. Das war natürlich unerhört!
Ein ehemaliges Katzenhaus als Vogelunterkunft ist eher suboptimal, zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse dieser Tierarten. So musste beim ersten Einzug der Gefiederten 2016 einiges verändert werden: Die groben Gitter der Außenbereiche der Miezen wurden beispielsweise mit einem feinmaschigeren Draht bespannt, damit unsere kleineren Piepmätze nicht einfach stiften gehen. Die letzte Renovierung lag außerdem schon Jahrzehnte zurück und die Gehege entsprachen nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Deshalb hieß es im Herbst 2025: Bahn frei für den Umbau!
Da wir unsere Vögel (außer im Obergeschoss des Kleintierhauses) nirgendwo unterbringen können, mussten wir die Renovierung im laufenden Betrieb durchführen und hatten deshalb nach dem Sommer 2025 einen Aufnahmestopp für Abgabetiere verhängt. Doch das ist jetzt Geschichte, seit August ist die Renovierung des Vogelbereiches abgeschlossen und alle Bewohner konnten in ihre Behausungen zurückkehren. Nicht nur die Vögel sind darüber sehr glücklich, sondern auch die Pflegerinnen, die viele Monate lang Einschränkungen durch die Bauarbeiten ertragen mussten, aber dafür jetzt unter viel besseren Bedingungen als vorher arbeiten können. Die meisten BesucherInnen des Tierheims werden davon nur wenig mitbekommen haben, denn anders als das Kleintierhaus sind diese Bereiche der Vögel nicht öffentlich zugänglich. Nur bei Vermittlungsgesprächen dürfen InteressentInnen die Rückgebäude betreten.
Die Vogelabteilung hinter der Albin-Kriechbaum-Halle teilt sich in drei Bereiche: den Kanarigang mit Außenvolieren, den Papageiengang und die Quarantänestation für Neuzugänge. Viele Vögel aus schlechter Haltung werden krank bei uns abgegeben und es ist sehr wichtig, sie von den gesunden Tieren zu isolieren, um eine Ausbreitung der Infektionen zu unterbinden, zumal Vögel sehr anfällig für Viruserkrankungen sind. Die neue Quarantäne-Station verfügt jetzt über eine Schleuse, bevor es in einen großen Raum mit Einzelkäfigen für die verschiedenen Vögel geht. Für die Pflegerinnen wurde außerdem eine separate Umkleide geschaffen.
Auch im Kanarigang waren größere Maßnahmen erforderlich, wie Tierheimleiterin Dr. Eva-Maria Natzer erläutert. Die alten Gehege wurden umfassend saniert, alte Holzdecken und löchrige Bretter entfernt, das Mauerwerk abgedichtet und herausnehmbare Türschwellen installiert. Die Decken wurden abgehängt und mit speziellen Vogellampen ausgestattet, die natürliches Tageslicht inklusive UV-Strahlung imitieren und für das Wohlbefinden der Tiere sehr wichtig sind. Der komplette Bereich ist zudem jetzt neu verfliest und gestrichen, um aktuellen Hygiene- und Brandschutzauflagen gerecht zu werden. Auch der Boden wurde erneuert und mit einer Fußbodenheizung versehen sowie die alte Heizungsanlage überholt.
Viele unserer tropischen Vögel haben spezielle Bedürfnisse in Bezug auf ihre Wohlfühltemperatur und brauchen das ganze Jahr über gleichbleibende Bedingungen. Drei neue beheizbare Vogelräume mit Außenvolieren, Schleusen und Gullys sind für unsere Dauersitzer gedacht, die teilweise viele Jahre bei uns im Tierheim verbringen. Ihre artgerechte Unterbringung liegt uns besonders am Herzen. Zudem wurden die Außenvolieren im Kanarigang komplett erneuert, mit ausbruchssicheren Schleusen und Edelstahlgittern versehen und zum Schutz vor Vogelgrippe überdacht. Auch die Futterküche hat eine Generalüberholung hinter sich. Der Papageiengang war größtenteils noch in Ordnung, hier wurden weniger spektakuläre Arbeiten durchgeführt wie eine Sanierung der Türen und Gitter, der Einbau eines Sonnenschutzes und die Nachrüstung einer Wandheizung. Für die Vögel sind diese Renovierungen aber sehr wichtig und garantieren ihnen den bestmöglichen Aufenthalt bei uns.
Nach den ersten Planungen im Herbst 2025 sind knapp ein Jahr später alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen. „Der Vogelbereich ist jetzt top aufgestellt für die Zukunft“, freut sich Dr. Natzer. Mit den vielen, teils sehr kleinteiligen Arbeiten können wir unseren Insassen auf Dauer eine entschieden höhere Lebensqualität mit Heizung, Freiflug und hohen Hygienestandards bieten. Die rund 450.000 Euro für die Instandsetzungsarbeiten sind also bestens investiert.