2026 hat gerade begonnen, Zeit, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen: Was hat uns berührt und was können wir daraus lernen? Wenn wir zurückblicken, sehen wir ein Jahr voller bewegender Geschichten, Verantwortung und Wunder - manche leise, manche laut. Es war ein Jahr, das uns einmal mehr bewiesen hat, wie wichtig Nächstenliebe, Geduld, Mut und Zusammenhalt sind.
Bella - ein Symbol der Hoffnung
Zu Beginn des Jahres und bis in den frühen Sommer hinein beschäftige uns die Geschichte von Bella, der Magyar-Vizsla-Hündin, die in letzter Sekunde vor dem Hungertod und ihrer gnadenlosen Halterin gerettet werden konnte. Ihr Schicksal wurde publik und macht deutlich, wie wichtig Zivilcourage ist, vor allem für die, die nicht für sich selbst sprechen können. Bei uns begann Bellas Weg zurück ins Leben: medizinische Versorgung, liebevolle Obhut und ein beharrlicher Kampf um ihr Wohl vor Gericht. Am Ende wurde alles gut und sie durfte für immer bei ihrer wundervollen Pflegefamilie bleiben. Bellas Geschichte hat uns gezeigt, dass jede Stimme zählt und Solidarität Türen öffnen kann.
Katzendrama in Grünwald - 30 Leben, die wir nicht aufgegeben haben
Ende März wurden dreißig verwahrloste Katzen aus einem Villenanwesen in Grünwald beschlagnahmt. Hinter scheinbar sicheren Mauern fanden wir Tiere, die verängstigt, verwahrlost, teilweise schwer krank und in großer Not waren. Dieser Einsatz war ein deutlicher Weckruf: Tierleid kann überall entstehen, egal ob die Besitzer arm oder reich sind. Bei uns erhielten die Mietzen tierärztliche Betreuung, Ruhe und ein sicheres Umfeld. Mit viel Geduld und Hingabe unserer TierpflegerInnen gewannen sie Vertrauen und Lebensfreude zurück. Mittlerweile haben alle Grünwald-Katzen ein neues, fürsorgliches Zuhause gefunden.
Startschuss in der Wildtierabteilung - Aktion Vogelfrei hob ab
Im Mai konnten wir endlich unser Herzensprojekt eröffnen: Münchens erste Vogel-Auswilderungsstation! Auf 200 m² in der Nähe des Tierheimgeländes bereiten wir seither in zehn Volieren bis zu 1.500 handaufgezogene Piepmätze pro Jahr behutsam auf die Freiheit vor. Hintergrund ist der dramatische Rückgang heimischer Singvogelbestände durch Lebensraumverlust, Insektensterben und Klimawandel. Die neue Station stärkt den regionalen Artenschutz und bietet langfristige Überlebenschancen für unsere Münchner Vögel.
Udo Müller - ein lang ersehntes Happy End
Für ein neues Leben ist es nie zu spät: Unser Gelbhauben-Kakadu Udo Müller hat im Frühling nach fast sieben Jahren im Tierheim endlich ein Zuhause gefunden. Nun lebt er in einer großen Voliere mit anderen Kakadus, kann fliegen, spielen und soziale Bindungen eingehen. Für uns ist das ein ermutigendes Zeichen: Geduld, Engagement und die beharrliche Suche nach dem richtigen Platz für jedes Tier zahlen sich aus.
Neuer Vorstand - neue Impulse für die Zukunft
Auf der Mitgliederversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt, beziehungsweise der bisherige in seinem Amt bestätigt. Eine neue Vorständin macht das Team komplett: Mit Christine Schwarz geht‘s mit frischer Energie in die kommenden Jahre. Durch bereits geplante oder schon gestartete Bauprojekte wie dem Neubau des Hundehauses am Gnadenhof, der Renovierung des Vogelhauses sowie einer neuen Unterbringung für unsere Auslandshunde soll die Versorgung unserer Tiere 2026 noch nachhaltiger und stabiler werden. Wir gestalten also nicht nur den Alltag, sondern auch die Zukunft unserer Schützlinge aktiv mit.
Leiser Abschied - Turco und andere verlorene Schätze
Traurigerweise mussten wir in diesem Jahr auch einige unserer Dauersitzer gehen lassen, gefühlt mehr als in den Jahren zuvor. Im September trat unser Turco, der über zehn Jahre ein Teil unseres Lebens war, seine letzte Reise an. Sein Verlust hinterlässt eine große Lücke, doch seine Pfotenabdrücke bleiben für immer in unseren Herzen. Auch Daisy und Jack, ebenfalls langjährige Schützlinge auf dem Gnadenhof, haben uns verlassen. Ein Trost ist es für uns, dass sie nun keine Schmerzen mehr haben und auf ein Leben zurückblicken können, in dem sie aufrichtig geliebt und geschätzt wurden.
Vogelgrippe - Herausforderung für uns und unsere gefiederten Freunde
Gegen Ende des Jahres brach ein neues Virus über die mitteleuropäische Fauna herein. Die aktuelle Mutation der Geflügelpest hat schon hunderttausende Wasservögel in Deutschland dahingerafft. Etliche gesunde Federfreunde mehr mussten in der Nutztierhaltung vorsorglich zum Infektionsschutz ihr Leben lassen. Unser Tierheim blieb dank strenger Quarantänemaßnahmen bisher gottseidank verschont. Wir hoffen, dass sich das Infektionsgeschehen schnell wieder legt und diese Seuche das ohnehin schon dramatische Artensterben nicht noch weiter vorantreibt. Zudem fragen wir uns, wann der Mensch endlich dazulernt und künftigen Epidemien, Zoonosen und Pandemien durch einen Umbau der Landwirtschaft entgegenwirkt.
Lehren aus 2025
Rettung braucht Herz und Entschlossenheit - bei Bella oder den Grünwald-Katzen.
Geduld zahlt sich aus - Udo Müller ist das lebende Beispiel dafür.
Gemeinschaft trägt uns - der neue Vorstand, das Team, die UnterstützerInnen.
Abschied gehört zum Leben - doch Erinnerung und Liebe bleiben.
Achtsamkeit ist entscheidend - aktuell durch die Vogelgrippe, die uns alle betrifft.
Danke, dass Sie mit uns gemeinsam diesen Weg gehen. Ohne Ihre Unterstützung wäre unsere Arbeit, der Tierschutz nicht möglich - nicht die Rettungen, nicht die Erfolge, nicht die Happy Ends.
Auf ein neues Jahr voller Mitgefühl, Engagement und Zuversicht.
Das Team des Tierschutzverein München e.V.