Bundesweite Kastrationspflicht für Katzen gefordert

 

In einem Brandbrief an die Bundesregierung fordert der Deutsche Tierschutzbund zusammen mit allen Landestierschutzverbänden und 775 Mitgliedsvereinen eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freilauf. Sie stellt den entscheidenden Schlüssel dar, um die Population von Millionen von Straßenkatzen in Deutschland langfristig zu reduzieren, Tierleid zu verhindern sowie Tierschutzvereine zu entlasten. Den Brandbrief übergaben die Tierschützer Ellen Kloth, Vizepräsidentin und Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Mitte September in Berlin an die Bundestierschutzbeauftragte Silvia Breher.

 

Hier der Brandbrief im Original. Auch wir vom Tierschutzverein München unterstützen diese Forderungen:

 

Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung,

jeden Tag leiden Millionen Katzen in Deutschland auf der Straße. Viele von ihnen sind krank, verletzt oder unterernährt. Die meisten Kitten sterben bereits in den ersten Lebensmonaten. Das Leid der Straßenkatzen ist eines der größten unbemerkten Tierschutzprobleme in Deutschland – obwohl auch sie durch das Tierschutzgesetz geschützt werden sollten.

 Tierschutzvereine kümmern sich tagtäglich um Straßenkatzen, versorgen kranke und verletzte Tiere und lassen sie kastrieren. Trotzdem wachsen die Populationen seit Jahren bundesweit weiter an und Tierschutzvereine stoßen finanziell, räumlich und personell längst an ihre Grenzen. Der örtliche Katzenschutz ist bereits kollabiert: Aufnahmestopps gehören zum Alltag, immer mehr Kitten müssen von Tierschutzvereinen aufgenommen werden, die Straßenkatzenpopulationen wachsen trotz großen Engagements weiter und die finanziellen Mittel fehlen.

 Ein wesentlicher Grund dafür sind die schätzungsweise 1,59 Millionen unkastriert gehaltenen Katzen in Deutschland. KatzenhalterInnen kommt damit eine Schlüsselrolle im Kampf gegen das Straßenkatzenleid zu. Jede nicht kastrierte Katze kann innerhalb weniger Jahre zahlreiche Nachkommen hervorbringen. Vereinzelte regionale Katzenschutzverordnungen haben sich als unzureichend erwiesen, um die unkontrollierte Vermehrung und das millionenfache Leid der Straßenkatzen wirksam zu stoppen.

 Diese Situation ist nicht nur tragisch – sie ist vermeidbar.

 Die Lösung liegt auf der Hand: Und zwar in Form einer bundesweiten Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrolliertem Freigang. Sie ist die effektivste Maßnahme, um die unkontrollierte Vermehrung von unkastrierten Freigängerkatzen und Straßenkatzen wirksam zu stoppen. Sie verhindert unkontrollierte Vermehrung, entlastet Tierheime und Tierschutzvereine und stärkt verantwortungsvolle Tierhaltung.

 Auch bei KatzenhalterInnen stößt eine bundesweite Regelung auf große Zustimmung. FachexpertInnen, Tierärzteschaft und Tierschutzorganisationen sind sich einig: Eine bundesweite Kastrationspflicht ist das Fundament für wirksamen Katzenschutz in Deutschland. 

Eine systematische Analyse der bundesweiten Problemlage sowie aktuelle Zahlen, Hintergründe und konkrete Lösungsansätze finden Sie im neuen großen Katzenschutzreport. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert gemeinsam mit seinen Landesverbänden, Tierschutzvereinen und Tierheimen eindringlich an Sie: Verankern Sie jetzt eine bundesweite Kastrationspflicht für Katzen mit unkontrollierten Freigang und passen Sie § 13b Tierschutzgesetz an.

Jedes weitere Jahr, indem eine bundesweite Regelung hinausgezögert wird, bedeutet zusätzliches Leid – für Millionen Katzen und für die Menschen, die täglich versuchen, dieses Leid aufzufangen. Helfen Sie mit, um das Katzenleid zu mindern, TierschützerInnen zu entlasten und unzählige Tierleben zu retten. Ohne politisches Eingreifen steigt das Leid der Katzen und die Verzweiflung der Vereine weiter. Setzen Sie ein klares Zeichen für Verantwortung, Prävention und wirksamen Tierschutz.

 

Hinweis:

Parallel zum Brandbrief kann die jeder Tierfreund/jede Tierfreundin eine persönliche Nachricht an die Bundesregierung schreiben, Infos dazu finden Sie unter www.jetzt-katzen-helfen.de/aktion-gemeinsam-gegen-katzenleid.

Der Deutsche Tierschutzbund informiert im Rahmen seiner aktuellen Kampagne „Jedes Katzenleben zählt“ über das Leid der Millionen Straßenkatzen in Deutschland. Der kürzlich neu aufgelegte „Große Katzenschutzreport“ analysiert die Ursachen des Straßenkatzenelends und zeigt, warum eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen unzählige Katzenleben retten könnte: www.jetzt-katzen-helfen.de/report

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