Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod der vierjährigen Matilda in Sachsen-Anhalt erfahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen Angehörigen. Der Verlust eines Kindes ist unvorstellbar und erschüttert uns zutiefst.
Die genauen Hintergründe des Hundeangriffs sind derzeit noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Deshalb bitten wir darum, aus einem noch nicht vollständig aufgeklärten Fall keine vorschnellen Rückschlüsse auf einzelne Hunderassen zu ziehen.
Jeder schwere Beißvorfall ist einer zu viel. Unser gemeinsames Ziel muss sein, solche Tragödien künftig bestmöglich zu verhindern. Nach unserer Überzeugung gelingt das nicht durch pauschale Rasselisten, sondern durch verantwortungsvolle Hundehaltung, fundierte Sachkunde, wirksame Prävention und konsequente Maßnahmen gegen illegalen Welpenhandel und unseriöse Vermehrung.
Als Tierschutzverein erleben wir täglich die Folgen der bestehenden Regelungen. Friedliche und gut sozialisierte Hunde verbringen oft viele Jahre im Tierheim – nicht wegen ihres individuellen Verhaltens, sondern aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit und der damit verbundenen rechtlichen Hürden. Gleichzeitig gelangen weiterhin Hunde aus unseriösen Quellen nach Deutschland.
Die Forschung zeigt seit Jahren, dass das Verhalten eines Hundes nicht allein von seiner Rasse bestimmt wird. Entscheidend sind vielmehr Haltung, Sozialisierung, Erziehung und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Tier.
Deshalb setzen wir uns für eine Reform der Bayerischen Kampfhundeverordnung, einen verpflichtenden Sachkundenachweis für alle Hundehalterinnen und Hundehalter, individuelle Gefährlichkeitsbeurteilungen statt pauschaler Rasselisten sowie langfristig für ein bundesweit einheitliches, wissenschaftlich fundiertes Hundegesetz ein.
Gerade nach einem so tragischen Ereignis wünschen wir uns eine sachliche und respektvolle Diskussion. Unser Ziel ist es nicht, den aktuellen Fall für politische Forderungen zu nutzen, sondern dazu beizutragen, dass sich solche Tragödien künftig möglichst nicht wiederholen – zum Schutz von Menschen und Tieren.