Vorsicht Wildwechsel: Liebe macht blind!
Der Berufsverkehr verlagert sich nach der Umstellung der Uhren abrupt in die Dämmerungsstunden, also genau in die Zeit, in der Rehe, Wildschweine und Füchse auf Nahrungssuche gehen. Für Autofahrer und Wildtiere steigt die Gefahr schwerer Kollisionen massiv an. Statistisch belegt ereignen sich die meisten Wildunfälle im November und Dezember in den Morgen- und Abendstunden. Vor dem Winter müssen sich viele Wildtiere noch eine Fettschicht anfressen oder befinden sich mitten in der Paarungszeit. Sie sind dadurch aktiver, unachtsamer und legen weitere Strecken zurück.
Wo besondere Vorsicht gilt
Ein erhöhtes Risiko besteht überall dort, wo Straßen die natürlichen Lebensräume der Tiere zerschneiden:
In Waldabschnitten und an unübersichtlichen Waldrändern.
Entlang von Feldern und Wiesen, besonders wenn das Sichtfeld durch Nebel eingeschränkt ist.
Auf Strecken, die mit dem Verkehrszeichen „Wildwechsel“ gekennzeichnet sind.
So verhindern Sie Unfälle
Durch eine vorausschauende Fahrweise lässt sich das Risiko für Mensch und Tier massiv senken:
Geschwindigkeit drosseln: Wer statt 100 km/h nur 80 km/h fährt, verkürzt seinen Bremsweg bereits um rund 20 Meter.
Bremsbereit sein: Den Fahrbahnrand im Auge behalten und die Instrumentenbeleuchtung im Auto dimmen, um die eigene Nachtsicht zu verbessern.
Fernlicht aus bei Tiersichtung: Blendendes Licht macht Wildtiere orientierungslos – sie bleiben oft starr auf der Straße stehen. Schalten Sie auf Abblendlicht und hupen Sie stattdessen kontrolliert.
Nachzügler einplanen: Ein Tier kommt selten allein. Läuft ein Reh über die Straße, folgen fast immer weitere Rudelmitglieder.
Der Notfall-Leitfaden
Falls sich ein Zusammenprall nicht mehr vermeiden lässt, sofort bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Nur dann ausweichen, wenn keine Gefahr für Sie oder Dritte besteht! Denn das Risiko, mit einem entgegenkommenden Auto zusammenzustoßen oder im Graben zu landen, ist groß. Danach gilt:
Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen.
Polizei verständigen: Rufen Sie unter der 110 die Polizei. Sie informiert den zuständigen Jagdpächter oder Förster. Die Meldung ist in fast allen Bundesländern gesetzlich verpflichtend. Wer ein verletztes Tier einfach zurücklässt, kann den Tatbestand der Tierquälerei erfüllen. Die Gesetzgebung sieht dafür eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor.
Tiere nicht einfach anfassen: Ein verletztes Wildtier steht unter Schock und kann aus Todesangst beißen oder treten. Nur wenn es ohne Gefahr möglich ist das Tier von der Straße ziehen. Die eigenmächtige Mitnahme von Wild ist als Wilderei strafbar.
Spuren sichern: Machen Sie Fotos vom Unfallort und dem Fahrzeug für die Versicherung. Lassen Sie sich von der Polizei oder dem Jäger eine Wildunfallbescheinigung ausstellen. Das ist wichtig für die KFZ-Versicherung.
5. Kleinere Wildtiere bergen: Verletzte Igel oder Marder können im Raum München in unserem Tierheim versorgt werden, um sie später wieder auszuwildern.
Wir wünschen Ihnen eine sichere Fahrt durch die dunkle Jahreszeit. Bitte fahren Sie achtsam – den Tieren und Ihrer eigenen Sicherheit zuliebe. Eine angepasste Fahrweise bei schlechter Witterung ist die beste vorbeugende Maßnahme und damit Menschen- und Tierschutz in einem.