Spontan würde man diese kleinen Insekten vielleicht nicht gleich als Wildtiere einstufen, denn wir kennen sie hauptsächlich aus dem häuslichen Bereich. Doch kaum ein Mensch hält sich freiwillig diese kleinen Kulturfolger. Haustiere sind sie also auch nicht. Wer ein Silberfischchen im Bad entdeckt, muss weder Panik noch Ekel empfinden. Häufig als Schädling eingestuft, sind diese kleinen Tiere wohl eher Nützlinge.

Silberfischchen sind eine der urtümlichsten Lebewesen unseres Planeten. Sie gehören zur Ordnung der „Fischchen“ innerhalb der Insekten, die vermutlich schon seit über 300 Millionen Jahren existieren. Ihre schwimmenden Fischen ähnelnde Fortbewegungsart gab ihnen den Namen. Der wissenschaftlicher Begriff „Lepisma saccharinum“ sowie die Bezeichnung „Zuckergast“ kommt dagegen von ihrer Vorliebe für Kohlenhydrate wie Zucker und Stärke.

Die Tierchen sind lichtscheu und lieben die Dunkelheit. Schaltet man eine Lampe ein, huschen sie entweder sehr schnell davon oder erstarren kurz, bevor sie sich verstecken. Sie lieben feuchte und warme Orte, weswegen sie häufig in Bad, Küche oder Toilette zu finden sind. Wenige Exemplare sind zu Hause kein Problem. Treten sie jedoch in Massen auf, sollte man nach der Ursache forschen.

Viele Silberfischchen deuten auf einen Schimmelbefall hin, denn diese Insekten mögen es nicht nur feucht, sie essen auch gerne Schimmelpilze. Damit sind sie nicht nur als Indikator nützlich, sondern helfen auch, den Schimmel zu beseitigen. Zudem ernähren sie sich auch von Hausstaubmilben, die bei Menschen zu Allergien führen können. Die anpassungsfähigen Krabbler halten es allerdings auch mehrere Monate lang ohne Nahrung aus.

Da ein Silberfischchen zwischen einem und drei Jahren bis zur Geschlechsreife braucht, dauert eine Massenvermehrung lange. Zudem sind sie sehr romantische Tierchen. Bevor sie sich aufeinander einlassen, streicheln sie sich gegenseitig mit den Fühlern. Bei Interesse wird danach bis zu einer halben Stunde im Kreis getanzt. Dann errichtet das Männchen schnell aus Fäden einen Hindernisparkour vor dem Weibchen und versteckt ein Samenpäckchen darunter. Um voranzukommen muss sie unter den Fäden hindurchkriechen und nimmt dabei sein Samenpäckchen auf. Befruchtung geglückt! Anschließend legt sie bis zu 20 Eier an eine feuchte Stelle mit etwa 25 bis 30°C. Ist es zu kalt oder zu trocken, findet keine Vermehrung statt.

Viele Silberfischchen sind also Anzeichen für zu feuchte und warme Stellen und können zudem auf einen starken Hausstaubmilbenbefall, Wand- oder auch Lebensmittelschimmel hinweisen. Dennoch müssen die harmlosen Tiere niemals getötet oder vergiftet werden. Es genügt, die Ursache herauszufinden und sie zu beseitigen.


Bei einzeln auftretenden Silberfischchen raten wir, dem neuen Mitbewohner einen netten Namen zu geben und sich an dessen Gesellschaft und Hilfe im Haushalt zu erfreuen.

Alle Neuigkeiten
.
Wird geladen…