Jetzt im Frühling sieht man sie häufig noch mit weißen Tupfen. Die großen Pfoten sind im Winter extra flauschig, damit die dadurch vergrößerte Auftrittsfläche ein Einsinken in den Schnee reduziert. Das weiße Winterfell ist nicht nur dichter als das Sommerkleid, die Haare sind auch mit Luft gefüllt und isolieren so besser.

Die Länge der Ohren hängt davon ab, wie kalt die Umgebung eines Hasen ist. Da über die Durchblutung der Lauscher die Wärmeabgabe stattfindet, sind die Ohren umso kürzer, je kälter die Umgebung ist. Mit den Gliedmaßen verhält es sich ähnlich. Deshalb haben Schneehasen einen gedrungeneren Körperbau und kleinere Ohren als ihre nahen Verwandten, die Feldhasen. Sie sehen damit Kaninchen ähnlicher, sind mit ihnen aber nicht verwandt.

Auch in ihren Verhaltensweisen sind sie gut angepasst. Liegt die Schneedecke zu hoch, lassen sie sich einschneien oder graben eine Höhle und nutzen die gute Isolierfunktion des Schnees; nur ein kleiner Gang bleibt dann zum Atmen. Deshalb ist der Schneehase eine Tierart, die besonders stark vom Klimawandel betroffen ist. Durch die rasche Klimaerwärmung wechselt der Hase zu früh ins weiße Winterfell und zu spät in sein braunes Sommerkleid, während noch kein Schnee liegt oder er bereits wieder ge-schmolzen ist. Damit ist er für Beutegreifer deutlich leichter auszumachen.

Zudem wandert aufgrund der wärmeren Bedingungen der nah verwandte Feldhase in höhere Gebirgslagen ein. Da sich beide Arten verpaaren können und gemeinsam Nachwuchs zeugen, wird befürchtet, dass der Schneehase durch die genetische Vermischung langfristig ausstirbt. Normalerweise würden die beiden Arten sich durch die unterschiedlichen Lebensräume aus dem Weg gehen, doch weiter nach oben ausweichen kann der Schneehase nicht mehr.

Eine deutliche Verkleinerung des Lebensraums bedroht den Alpenschneehasen zusätzlich. Weniger Fortpflanzungspartner der sowieso schon isolierten Populationen können zu Inzucht und dadurch zu fehlender genetischer Vielfalt führen.

Um herauszufinden, wo Schneehasen vorkommen, werden nun durch ein breites Bündnis verschiedener Institutionen und Forschungsgruppen bayrische Alpenhasen gesucht. Hier soll mit Wildtierkameras gearbeitet werden. Aber auch Privatleute sind dazu aufgerufen, Schneehasen zu melden. Bitte achten Sie bei der Suche darauf, die ausgewiesenen Wanderwege nicht zu verlassen, denn auch solche Störungen können dem scheuen Wildtier schaden.

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