„Du bist ein toller Hecht“ ist ein Sprichwort aus dem 18. Jahrhundert, das bis heute verwendet wird. Es bezeichnet bewundernd, manchmal auch freundlich-spöttisch einen beeindruckenden, erfolgreichen Mann oder jemanden, der sich dafür hält. Diese Redewendung geht auf einen der imposantesten Raubfische unserer heimischen Gewässer zurück.

Mit bis zu 1,5 Metern Länge, einem Gewicht bis zu 25 kg und etwa 700 messerscharfen Zähnen zählt der europäische Hecht zu den erfolgreichsten Raubfischen. Zumindest wenn er sich nicht übernimmt: Immer wieder findet man Hechte, die an zu großer Beute erstickt sind. Hat er ein Beutetier erst einmal verschlungen, ist es ihm nicht möglich, es wieder auszuspucken. Seine zurückgebogenen Zähne fungieren hier als Widerhaken. Das ist gut, um ein Entkommen glitschiger Beute zu verhindern, wird ihm aber bei zu großen Brocken zum Verhängnis.

Eine Überpopulation an Hechten ist nur bei Nahrung im Überfluss möglich. Normalerweise sind diese Raubfische sehr reviertreu und dulden keine Konkurrenz. Wegen dieser Aggressivität lassen sie sich nur sehr schwer züchten.

Meist findet man sie täglich an den gleichen Stellen regungslos im Wasser stehen. Als Lauerjäger kann der Hecht stundenlang versteckt warten, bis Beute vorbeikommt. Dann schnellt er überraschend wie ein Blitz nach vorne. Um sofort hohe Geschwindigkeit aufzubauen und plötzliche Wendemanöver durchzuführen hilft ihm nicht nur der pfeilförmige Körperbau, sondern auch die zurückgesetzte Rückenflosse, die mit kraftvollen Schlägen wie ein Ruder funktioniert.

Hechte sind sehr gefräßig und machen auch vor kleineren Artgenossen nicht Halt. Wenn das Frühjahr naht, beginnen sich die männlichen Hechte zahlreich an den Revieren der Weibchen zu sammeln und gegeneinander zu kämpfen. Mit steigender Temperatur kommt es im März oder April zur Eiablage und Befruchtung. Damit die Weibchen die Männchen nicht einfach vertilgen, haben sie in dieser speziellen Zeit eine Fresshemmung. Bleibt ein zu kleines Männchen aber zu lange, kann es auch mal vom größeren Weibchen verschlungen werden.

Hechte sind sozusagen aus Vorsicht stubenrein. Da sie mit ihren Exkrementen für andere Fische wahrnehmbare Pheromone ausstoßen, die ihre Anwesenheit verraten und Beutefische alarmieren, koten sie nur an bestimmten Standorten. Sie benutzen also praktisch Toiletten.

Hechte stehen zwar auf der roten Liste, gelten aber als „nicht gefährdet“. Regional kann es zu einem Bedrohungsstatus kommen, wenn ihre Gewässer verschwinden oder stark verschmutzt werden.

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