In nördlicheren Gefilden Deutschlands werden Teichmolche an Krötenzäunen zu hunderten, manchmal sogar zu tausenden eingesammelt, während man sie im Alpenraum nur vereinzelt findet. Ihre Wanderzeit fällt in den frühen Frühling, genau wie bei Erdkröten und Grasfröschen. Kaum sind die Nächte frostfrei, geht es vom Winterquartier zum Laichteich. Von März/April bis Juni/Juli bleiben sie in ihren Laichgewässern.
Zu dieser Zeit tragen die Männchen ihre „Wassertracht“. Nur jetzt unterscheiden sie sich durch einen imposanten, drachenartigen Rückenkamm und eine wunderschöne Farbentracht von den schlichten Weibchen. Eben die gilt es jetzt zu beeindrucken. Zunächst wird das Weibchen beschnüffelt. Gefällt dem Molch, was er riecht und sieht, präsentiert er ihr seine bunt gefärbte Körperseite. Zeigt sie Interesse, knickt er seinen Ruderschwanz nach vorne und beginnt durch Schwanzwedeln, ihr Sexualduftstoffe zuzufächeln und sich immer wieder zu präsentieren. Gewinnt er ihre Zuneigung, schwimmt sie auf ihn zu und stupst ihn mit der Schnauzenspitze an. Sofort lässt er eine sogenannte Spermatophore, ein Samenpaket, auf den Gewässergrund fallen. Er lockt seine Lady rückwärts, bis sie darüber kriecht und die Spermien mit der Kloake aufnimmt. Paket erfolgreich geliefert!
Nur wenige Tage später wird sie Eier ablegen. Die Jungen schlüpfen je nach Wassertemperatur zwei bis drei Wochen später. Die niedlichen Larven haben sichtbare Außenkiemen und zunächst keine Beine. Im Gegensatz zu Froschkaulquappen entwickeln sie erst die Vorderbeine, dann die Hinterbeine. Zudem sind die kleinen Wasserdrachen geschickte Jäger und ernähren sich von Kleinkrebsen, Mückenlarven und anderen Wasserinsekten oder Würmern.
Wer dem Teichmolch helfen möchte, kann ein kleines Gewässer im Garten anlegen. Manchmal ziehen die ersten Molche schon im nächsten Frühjahr ein. Der Teichmolch gilt als Kulturfolger und stört sich nicht an urbaner Umgebung. Wichtig ist vor allem, dass der Teich über einen flachen Uferbereich verfügt, aus dem der Molch wieder herausklettern kann und keinen Fischbesatz. Gerade große Fische wie Goldfische und Kois jagen Molche und fressen die adulten Exemplare oder ihren Nachwuchs.
Ein reichhaltiger Wasserpflanzenbewuchs ist unerlässlich für die Eiablage. Mit großer Sorgfalt falten die Weibchen mit den Hinterbeinen Taschen in die Pflanzen, um die Eier einzeln darin einzuwickeln. Der restliche Garten sollte reich strukturiert sein, mit Laub- oder Komposthaufen, Hecken, Staudenpflanzen und Totholzhaufen. Das benötigen Molche, wenn sie ab Juni an Land leben und sich an feuchten Orten verstecken möchten.
Auch ohne Teich kann man helfen, indem man draußen regelmäßig Lichtschächte und Kellerfenster kontrolliert. Gerade zur Paarungszeit stellen diese oft eine tödliche Falle für die Molche dar.