Pinselohren, ein ausgeprägter Backenbart und ein Stummelschwanz sind wohl seine bekanntesten Merkmale. Vier Luchsarten gibt es weltweit. Wenn wir in Deutschland von “Luchs“ sprechen, meinen wir jedoch den Eurasischen Luchs. Der Name Luchs stammt von dem altdeutschen Wort „luhs“ ab, welches „funkeln“ bedeutet und auf die reflektierenden Augen anspielt. „Etwas abluchsen“ spielt auf das Geschick des Luchses an, „Ohren wie ein Luchs“ auf dessen hervorragendes Gehör.

Mit bis zu 37 kg gehört er zwar noch zu den Kleinkatzen, ist aber die größte Katze Europas. Neben ihm gibt es hier allerdings nur noch eine weitere Wildkatzenart, die europäische Wildkatze. Ende Mai ist die Wurfzeit des Luchses. In Verstecken wie hohlen Baumstämmen bringen die Weibchen zwei bis vier Junge zur Welt, die von der Mutter allein versorgt werden. Luchse kommunizieren viel über Stimmlaute und können dabei auch sehr melodisch klingen.

Um im Winter nicht im Schnee einzusinken, hat der Luchs besonders breite, flauschige Pfoten.
Sein wunderschönes, oft getupftes Fell gehört zu den Dichtesten im Tierreich. Dies wurde ihm in der Vergangenheit zum Verhängnis: So wurde er wegen seines Pelzes gnadenlos gejagt. Bei seinem typischen Backenbart ist nicht sicher, ob dieser zur Schallverstärkung oder innerartlichen Kommunikation dient. Wofür der Luchs einen Stummelschwanz hat, ist nicht bekannt. Über die Funktion der Haarpinsel an den spitzen Ohren weiß die Wissenschaft jedoch genau Bescheid: Sie verbessern die Richtungsortung eines Geräuschs. Bis zu 500 Meter weit können Luchse laufende Rehe hören, die auch zu ihren bevorzugten Beutetieren zählen.

Das wichtigste Sinnesorgan sind jedoch die Augen, deren Lichtempfindlichkeit sechsmal höher ist als bei Menschen. Luchse sind dämmerungs- und nachtaktive Lauerjäger und nutzen pro Tag etwa nur 2,5 % ihres Reviers, damit das Wild nicht zu wachsam und deshalb schwerer zu jagen wird. Bis zu 450 km² groß kann das Revier eines Männchens sein, im Durchschnitt etwa 250 km², bei Weibchen 90 km². Die Reviergröße hängt aber sehr stark von Nahrungsangebot und Bewaldung ab.

Luchse tragen nachweislich zur Waldgesundheit bei, indem sie Ansammlungen von Rotwild zerstreuen und dadurch Verbissschäden reduzieren. Auch Wildschweine stehen ab und an auf ihrem Speiseplan.

1850 wurde in den bayrischen Alpen der letzte Luchs Deutschlands getötet. Hundert Jahre später wanderten selbstständig die ersten Luchse wieder im bayrischen Wald ein. Der heutige Bestand von etwa 135 Luchsen ist jedoch hauptsächlich auf gezielte Auswilderungsprojekte zurückzuführen. Dennoch werden sie auf der Roten Liste als stark gefährdet geführt. In Deutschland zählt der Luchs als streng geschützte Tierarzt. Einen Luchs illegal zu töten kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis oder hohen Geldbeträgen bestraft werden. Dennoch werden sie illegal bejagt und vergiftet, denn Jäger fürchten die Raubkatze als Konkurrenz - eine unbegründete Sorge, bedenkt man die Größe eines Luchsreviers und die Tatsache, dass diese Einzelgänger sind.

Nachvollziehbarer sind die Ängste von Landwirten davor, dass Luchse ihr „Vieh“ reißen könnten. Dies kommt jedoch hauptsächlich an Weiden vor, die direkt am Waldrand verlaufen und kann durch Schutzmaßnahmen wie dem Einsatz von Herdenschutzhunden, Lamas oder Eseln verhindert werden.

Um den Luchs nachhaltig wieder in Deutschland heimisch zu wissen, brauchen wir unbedingt noch weitere Korridore und Wildtierbrücken über Autobahnen. Ebenso muss die intensive Landwirtschaft und die damit verbundene Zerstörung seines Lebensraums gestoppt werden.

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