An sommerlichen Tagen ziehen wir uns leichte Kleider an, kurze Hosen und T-Shirts, benutzen Sonnencreme, stellen Sonnenschirme auf oder genießen bei einem Radausflug den kühlen Fahrtwind. Doch die für uns angenehme Wärme im Sommer kann für Tiere leicht zur Qual werden, denn sie haben kaum Möglichkeiten sich abzukühlen.

Und auch, wenn wir jedes Jahr das gleiche Lied singen, ist es noch nicht an jedes Ohr gedrungen. Immer wieder liest und sieht man, wie zum Beispiel Hunde in parkenden Autos zurückgelassen werden. Schnell kann es im Auto drückend, sogar gefährlich heiß werden! Steht das Auto in der Sonne, kann die Temperatur in wenigen Minuten auf 70 oder 80 Grad ansteigen.

Das Problem ist: Hunde können sich nicht wie Menschen durch Schwitzen abkühlen. Sie hecheln, um nicht zu überhitzen. Ähnlich wie der verdunstende Schweiß die Haut kühlt, sorgt der verdunstende Speichel auf der Zunge und im Rachenraum für Abkühlung. Doch wenn die Umgebung zu warm ist, nützt Hecheln nichts mehr. Und nein, es reicht nicht das Fenster einen Spalt offen zu lassen!
Es beginnt ein Wettlauf mit dem Tod! Der Hund hechelt immer schneller, doch seine Körpertemperatur steigt trotzdem. Möglicherweise wird ihm übel wird und er erbricht sich. Das Tier wird unruhig, sogar panisch. Der Kreislauf macht immer stärkere Probleme. Weil das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird, wird der Vierbeiner ohnmächtig. Die Atmung setzt aus, das Herz bleibt stehen. Wenn jetzt keine tierärztliche Hilfe kommt, stirbt der Hund.

Wer ein Tier bei Hitze im Auto zurücklässt, handelt verantwortungslos und verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Das kann als Tierquälerei mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden, falls der Hund stirbt oder erhebliche Schmerzen erleidet. Zusätzlich könnte ein Hundehaltungsverbot ausgesprochen werden. Wegen einer Ordnungswidrigkeit kann dem Tierhalter obendrein eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro auferlegt werden.

Wer ein Tier in Not bemerkt, sollte umgehend versuchen, den Halter des Fahrzeugs ausfindig zu machen, indem er zum Beispiel im Supermarkt den Fahrer des geparkten Autos ausrufen lässt. Ist dies nicht möglich, informieren Sie die Polizei oder Feuerwehr, um das Auto öffnen zu lassen. Wenn das Tier erkennbar in akuter Lebensgefahr ist und man weder den Halter noch die Polizei rechtzeitig herbeirufen kann, sollte man das Tier selbst aus dem Auto retten. Aber: Wer eine Fensterscheibe einschlägt, kann allerdings dafür gegebenenfalls wegen Sachbeschädigung belangt werden - was echte Tierfreunde gerne in Kauf nehmen.

Unser Tipp: Lassen Sie Ihren Hund bei Hitze zu Hause. Fahren Sie nur in den frühen Morgen- bzw. Abendstunden mit Ihrem Hund im Auto. Gehen Sie auch nur früh morgens und spät abends länger Gassi. Lieber kleine Runden im Schatten, als großartige Mittagsläufe. Bedenken Sie auch, dass sich der Boden/Asphalt enorm aufheizen kann und der Hund sich schwere Verbrennungen an den Pfoten zuziehen kann. Nehmen Sie genügend Wasser für Ihren Hund mit, egal wohin Sie gehen oder fahren.

Radfahren mit dem Hund
Echte Sportskanonen haben riesige Freude, wenn sie neben einem Fahrrad herrennen und mal so richtig Gas geben können. Wir merken es aber schon bei uns selbst, dass starke Anstrengung bei Hitze nicht gesund ist. Muten Sie also auch Ihrem treuen Begleiter nicht zu viel zu. Er wird sich nicht beschweren, sondern er folgt seinem Menschen, bis ihm die Pfoten bluten, er dehydriert oder er vor Erschöpfung kollabiert. Wenn Sie im Sommer längere Radtouren planen, denken Sie vielleicht über die Anschaffung eines Anhängers für Hunde nach, in dem er im Schatten mitfahren kann und auch etwas Fahrtwind abbekommt.

Katzen und Kleintiere im Sommer

Da Katzen in erster Linie abends aktiv werden, kommen sie mit den heißen Temperaturen recht gut klar. Deshalb sei an dieser Stelle nur kurz erwähnt, dass Sie ihrer Katze die Wahl lassen müssen. Sie sollte Wasser und Schatten finden können und auch in der Wohnung zum Beispiel auf den kühlen Badezimmerfliesen liegen dürfen. Ist es dennoch sehr warm, können Sie sie auch mit einem feuchten Handtuch abrubbeln oder ihr es als Unterlage zum Liegen anbieten. Das funktioniert auch bei Hunden sehr gut.

Dürfen Ihre Kaninchen oder Meerschweinchen in den Garten? Denken Sie an die wandernde Sonne. Der schattige Platz am Morgen wird schnell zum Sonnenplatz zur Mittagszeit. Besonders Kleintiere sind sehr hitzeempfindlich. Der Auslauf muss abgedeckt sein. Die Gefahr, von Raubvögeln oder vom Nachbarshund verletzt zu werden, sollte nicht unterschätzt werden. Viele Kaninchen graben sich den Weg in die Freiheit durch Tunnel. Denken Sie daran, das Gehege täglich zu kontrollieren! Auch bei den Nagetieren gilt: Täglich ausreichend frisches Wasser anbieten. Lieber mehrere Tränken aufstellen, als zu wenige. Zusätzlich sollten Sie an wärmeren Tagen lieber mehr frisches Futter geben, als trockenes Heu.
Die meisten Vögel, die der Mensch heutzutage in Käfigen hält, stammen aus sehr warmen Ländern. Sie haben also auch weniger Probleme mit Hitze. Dennoch sollte mindestens der halbe Käfig im Schatten stehen, da die Vögel im Gegensatz zu einem Leben in freier Wildbahn keine Möglichkeiten haben, sich abzukühlen. Bedenken Sie dabei auch, dass die Sonne über den Tag wandert.
Zusätzlich sollten Sie den Tieren eine Badestelle anbieten. Manche baden lieber in einer Schale, andere freuen sich über feuchten Nebel aus einer Sprühflasche. Das Wasser ist zudem auch wichtig für die Federpflege. Was die Vögel jedoch gar nicht gut vertragen ist Zugluft. Dadurch bekommen sie schnell eine Bindehautentzündung. Achten Sie also darauf, wo der Käfig Ihres gefiederten Freundes steht.  

 

Alle Neuigkeiten