Der grundsätzlich zutrauliche und verschmuste Kater ist zwar äußerst anhänglich und absolut verspielt, er bringt aber leider auch einige sehr schwierige Charakterzüge mit: Jerry ist nervös, misstrauisch, launisch und auch unberechenbar. Seine Stimmung kann blitzartig umschlagen und der eben noch entzückende, zuckersüße Kerl greift unerwartet an.

Laut Vorbesitzerin ist der Kater schon immer schwierig gewesen. Am Ende kam ein neuer Partner dazu, der mit Jerry überhaupt nicht klarkam – und andersherum. Der Kater lebte in einer kleinen Wohnung ohne Freigang. Wir gehen davon aus, dass Jerry wie leider viele Katzen als Baby im so wichtigen Prägealter alleine – ohne Artgenossen – gehalten wurde. Die Isolation und dadurch mangelnde Sozialisierung – vor allem im jungen Alter - verursacht bei vielen Katzen Aggression, die sich dann über die Jahre verstärken kann.
Es ist also ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Katzen reine Einzelgänger sind. Dies hängt gleich von mehreren Faktoren ab:

1. Das Alter der Katze

Junge Katzen brauchen sehr viel Beschäftigung und Aufmerksamkeit. Sie sind energiegeladen und um ihnen gerecht zu werden, werden viel Zeit und Platz benötigt. Daher ist eine vom Alter und Charakter passende Partnerkatze besonders zu empfehlen. Mit dieser wird gespielt, gekuschelt und auch gestritten. Dies ist gerade bei Kitten essentiell, um ein solides Sozialverhalten zu entwickeln und ihnen einen optimalen Start ins Leben zu bereiten. Eine Einzelhaltung von Katzen unter einem Jahr ist daher eher abzulehnen und wird auch bei uns im Tierheim nicht praktiziert.

2. Die Zeit, in der die Katze am Tag alleine bleiben muss (gerade bei reinen Wohnungskatzen besonders wichtig)

Bei Einzelkatzen ist der Halter der einzige Sozialpartner, den die Katze hat. Wenn dieser nun acht oder mehr Stunden täglich außer Haus ist, leiden viel Katzen darunter. Oft fällt dies aber erst durch den Menschen störendes Verhalten wie z.B. Unsauberkeit, Zerstörungswut, Schreien oder Aggressivität auf. Um dem vorzubeugen sollte bei längerer regelmäßiger Abwesenheit des Besitzers die Entscheidung auf zwei Katzen fallen.

3. Die persönliche Vorliebe der Katze

Einige Katzen sind es bereits vom Vorbesitzer gewohnt Einzelgänger zu sein und sie mögen keine anderen Katzen oder fühlen sich schlicht in Katzengesellschaft nicht (mehr) wohl. Ebenso gibt es aber auch etwa Pärchen, die sehr an einander hängen oder Katzen, die den Sozialpartner brauchen, um glücklich und ausgelastet zu sein. Gerade bei letzteren Typ Katze stellen sich häufig Verhaltensproblematiken ein, wenn der entsprechende passende Partner fehlt.

4. Die Größe des künftigen Lebensraums (Mindestmaße 50m² bei zwei älteren Tieren, individuell unterschiedlich)

Die Größe des Lebensraumes spielt gerade bei jüngeren Tieren und nicht so harmonischen Pärchen eine sehr große Rolle. Aber auch eine harmonische Katzenpartnerschaft stößt bei zu beengtem Raum an ihre Grenzen. Wichtig ist daher genügend Platz, um sich aus dem Weg gehen zu können.

5. Die persönliche Vorliebe bzw. die finanziellen Mittel

Natürlich stellt sich auch die Frage, wie vielen Katzen möchte ich ein neues Zuhause geben und ob ich auch über die finanziellen Mittel für mehrere Katzen verfüge. Leider ist der Wunsch nach einer oder mehreren Katzen oft größer, vor allem die Tierarztkosten werden stark unterschätzt. Schnell wird auch ein vormals gesundes Tier krank oder verletzt sich. Daher sollte dieser Frage schon bei der Planung zur Anschaffung einer oder mehrerer Katzen große Bedeutung geschenkt werden.

 

Gerne beraten Sie hierzu unsere Pfleger ausführlich und stellen Ihnen dann passende Tiere vor.

Für Jerry suchen wir erfahrene Katzenliebhaber, ohne Kinder, die dem Kater viel Geduld entgegenbringen und mit seinen sehr schwierigen Eigenheiten umgehen und leben können. Wir vermitteln Jerry nur in eine Wohnungshaltung mit einem vernetzen Balkon und keinen weiteren Tieren, da er durch die 13 Jahre andauernde Isolation von anderen Katzen sehr unverträglich geworden ist.
Kontakt: Katzenhaus EG, 089 921 000 825

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